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Friedrich Schiller

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(10. November 1759 in Marbach am Neckar; † 9. Mai 1805 in Weimar)

Im Sommer und Herbst 1785 entstand auf Körners Bitte im nahe gelegenen Dorf, dem heutigen Stadtteil Gohlis, und nach dem 13. September in Körners Weinberghaus in Dresden-Loschwitz die Ode an die Freude für die Tafel der Freimaurerloge Zu den drei Schwertern in Dresden. Während seines Aufenthaltes in DD-Loschwitz lernte Schiller im gegenüber der Elbe gelegenen Dorf Blasewitz in einem Schankgut (heute Schillergarten) die Tochter des Gastwirts, Johanne Justine Segedin, kennen, die er später 1797 in Wallensteins Lager als „Gustel von Blasewitz“ (5. Auftritt, Ausruf des ersten Jägers) verewigte. 1786 erschien in der zweiten Ausgabe der Zeitschrift Thalia die Erzählung Verbrecher aus Infamie. Eine wahre Geschichte, die später unter dem Titel Der Verbrecher aus verlorener Ehre veröffentlicht wurde. In der Zeit vom 17. April bis 21. Mai 1787 weilte Schiller in Tharandt bei Dresden und vollendete dort im Gasthof zum Hirsch (heute: Schillereck) seinen „Don Karlos“.

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Gottfried Semper

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(29. November 1803 in Hamburg; † 15. Mai 1879 in Rom)

Am 17. Mai 1834 erhielt Semper auf Betreiben Franz Christian Gaus einen Ruf als Professor der Architektur an die Königlichen Akademie der bildenden Künste zu Dresden und wurde am 30. September in dieses Amt eingeführt. Er leistete dem sächsischen König den Untertaneneid und wurde damit sächsischer Staatsbürger. Er wurde Mitglied des Sächsischen Kunstvereins. In Dresden trat er auch der Freimaurerloge Zu den drei Schwertern und Asträa zur grünenden Raute bei.

1837 legte er die ersten Entwürfe zu einer Erweiterung des Zwingers (Zwingerforum) und eines Hoftheaters vor. Davon wurde in den nächsten Jahren das 1841 eröffnete erste Hoftheater (1869 abgebrannt) ausgeführt. Die Pläne zum Zwingerforum wurden mehrfach überarbeitet, aber nicht realisiert. Stattdessen wurde 1846 entschieden, den Zwinger nach Nordosten durch eine Gemäldegalerie abzuschließen. Semper reiste nach Italien, um dort Galerien kennenzulernen. Der von ihm vorgelegte Entwurf wurde zur Ausführung angenommen. Bereits im Sommer 1847 wurde damit begonnen. Nach Sempers Flucht aus Dresden 1849 wegen Teilnahme am Dresdner Maiaufstand bekam der Landbaumeister Karl Moritz Haenel die Aufgabe, den Bau (bis 1855) zu vollenden. Die damit entstandene Platzanlage zwischen Zwinger, Katholischer Hofkirche und Schloss durch den Bau der Gemäldegalerie und des Hoftheaters beeindruckt noch heute als wirkungsvolles Ensemble.

 

Am Dresdner Maiaufstand 1849 beteiligten sich Gottfried Semper und sein Freund Richard Wagner als überzeugte Republikaner an vorderster Front. Eine Vielzahl demokratisch gesinnter Leute wollte mit ihrem Widerstand gegen die Obrigkeit bürgerliche Grundrechte erstreiten. Semper war Angehöriger der Dresdner Kommunalgarde und ließ Barrikaden umbauen. Er trat jedoch, obwohl aufgefordert, nicht der provisorischen Regierung bei, da er dies mit seinem Eid für nicht vereinbar hielt. Der Aufstand scheiterte am 9. Mai. Semper floh über Pirna, Zwickau und erreichte am 16. Mai Würzburg. Am gleichen Tag wurde von der neuen Regierung ein Steckbrief gegen den „Demokraten I. Klasse“ und „Haupträdelsführer“ erlassen. Seine Familie blieb zunächst in Dresden.

Semper kehrte Dresden für immer den Rücken. Die sächsische Regierung hob den Steckbrief gegen ihn 1863 auf. Als das von ihm erbaute erste Hoftheater 1869 Opfer eines Feuers wurde und Sachsens König Johann auf Drängen der Bürgerschaft ihn mit dem Bau des zweiten beauftragte, lieferte er zwar die Pläne. Den Bau selbst leitete jedoch sein Sohn Manfred nach väterlichen Weisungen.

Quelle: Wikipedia

 

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Johann Georg Palitzsch

Naturwissenschaftler
(11. Juni 1723 in Prohlis bei Dresden; † 21. Februar 1788 Dresden)

Vom strengen Stiefvater zum erfolgreichen Landwirt erzogen, eignete sich Palitzsch im Selbststudium Kenntnisse der Astronomie, Physik und Botanik an; animiert durch die Predigten in der Leubnitzer Kirche und die private Lektüre der Bibel. Berühmt wurde er als „Bauernastronom“, wobei er auf die Leistungen und Beziehungen von Christian Gärtner aufbauen konnte.

Palitzsch entdeckte am 25. Dezember 1758 die von Edmond Halley vorhergesagte Rückkehr des Halleyschen Kometen. Im gleichen Jahr wies er im Großen Garten zu Dresden auch das Vorkommen des Süßwasserpolypen in Sachsen nach. Beim Venustransit 1761 entdeckte er ihre Atmosphäre. Die Einführung der Kartoffel und des Blitzableiters im Dresdner Raum werden ihm zugeschrieben. 1783 wurden seine Beobachtungen der Helligkeitsschwankung des Algol in den Philosophical Transactions veröffentlicht.

Quelle: Wikipedia

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Balthasar Permoser

Bildhauer
(13. August 1651 in Kammer; † 20. Februar 1732 in Dresden)

1689 wurde der Salzburger als Hofbildhauer nach Dresden berufen und schuf unter August dem Starken zahlreiche Werke. Seine vielfältige Tätigkeit in Dresden, vor allem für den sächsischen Hof, wurde durch Reisen nach Italien (1697/98 und 1725), Salzburg, Wien und Berlin unterbrochen.

Permoser ist der bedeutendste und einflussreichste Vermittler der Formideen der italienischen Barockplastik nach Deutschland. Zu den Hauptwerken zählt vor allem der Skulpturenschmuck für den Dresdner Zwinger (ab 1711). Von Permoser stammt das Gesamtkonzept für die Ausgestaltung und zahlreiche Figuren aus Holz, Stein und Elfenbein. Besonders zu erwähnen ist auch die Apotheose des Prinzen Eugen in Wien.

Balthasar Permoser fand seine letzte Ruhestätte auf dem Alten katholischen Friedhof an der Friedrichstraße in Dresden.

Quelle: Wikipedia

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Nikolai Abramowitsch Fürst Putjatin

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Philosoph und Menschenfreund
(16. Mai 1749 in Kiew; † 13. Januar 1830 in Dresden)

Gemeinsam mit Elisabeth Benedicta von Sievers, zog das Paar durch Europa und siedelte sich 1797 in Kleinzschachwitz bei Dresden an. Dort erbaute der Fürst nach eigenen Plänen sein „Storchennest“, eine extravagante Villa mit 16 Balkonen, minarettartigem Turm, vielen Schaukeln und einer Seilbahn in den Garten. Das Anwesen mit seinem, mit Grotten und Ruinen geschmückten, Park war der Öffentlichkeit zugänglich und überregional bekannt.

Er ruht gemeinsam mit seiner Ehefrau († 1818) und seiner Stieftochter († 1799) in einem von ihm gestalteten Mausoleum auf dem „Neuen Begräbnisplatz“ (heute: „Historischer Friedhof“) in Dessau. Angesichts des Zeitpunkts ihrer Geburt und der innigen Verse könnte es sich bei der „Stieftochter“ um seine (heimliche) leibliche Tochter handeln.

Fürst Putjatin blieb als großzügiger, freidenkender, liebenswerter Sonderling in Erinnerung, und gilt heute als Dresdner „Original“. 1997 wurde ihm in Kleinzschachwitz ein Denkmal errichtet.

Quelle: Wikipedia

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Matthäus Daniel Pöppelmann

Baumeister
(3. Mai 1662 in Herford; † 17. Januar 1736 in Dresden)

Als sein Hauptwerk gilt der Zwinger in Dresden (1711–1722), den er zusammen mit dem Bildhauer Balthasar Permoser schuf. In diesem formal einzigartigen Gebäude eines befestigten Turnierplatzes kam es zu einer einmaligen, ekstatischen Verbindung von Architektur und Plastik.

Weitere bedeutende Werke sind: Japanisches Palais (1715); Schloss Pillnitz (1720–1723), Schloss Großsedlitz (seit 1720), Schloss und Hofgestüt Graditz (seit 1722), Stift Joachimstein (1722–1728), Umbau des Jagdschlosses Moritzburg (1723–1733), Augustusbrücke (1727–1731) und die erst nach Pöppelmanns Tod fertiggestellte Dreikönigskirche (1732–1739).
Daneben lieferte er zahlreiche später ausgeführte Pläne zum Beispiel für den Umbau des Spitzhaus und der Spitzhaustreppe in Radebeul. Nie gebaut wurde jedoch das Dresdner Residenzschloß. Ab 1705 ließ sich August der Starke von Pöppelmann immer wieder neue, spektakuläre Entwürfe vorlegen, konnte sich aber nie entschließen, das gewaltige Vorhaben zu beginnen.

Pöppelmann wurde in der Gruft der Matthäuskirche in Dresden beigesetzt.

Quelle: Wikipedia

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Adrian Ludwig Richter

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Maler und Zeichner
(28. September 1803 in Dresden; † 19. Juni 1884 Dresden)

Nachdem Ludwig Richter seine reguläre Schulzeit 1815 beendet hatte, begann er zunächst als Lehrling bei seinem Vater. Vorbild seiner Stiche war damals vor allem Daniel Chodowiecki. Um seine künstlerische Neigung auszuleben, studierte er zusätzlich noch mit einem Stipendium an der Kunstakademie in Dresden. Von 1820 bis 1821 begleitete er als Zeichner den russischen Fürst Narischkin auf einer Reise nach Südfrankreich und Paris.

Nach der Rückkehr nach Deutschland lehrte er von 1828 bis 1835 an der Staatlichen Zeichenschule in Meißen, wo unter anderem Gottfried Pulian zu seinen Schülern zählte. Im Jahr 1826 wurde er außerdem als Nachfolger seines Vaters als Lehrkraft an die Dresdner Kunstakademie für die Landschaftsklasse berufen. Für die Reihe „Das malerische und romantische Deutschland“ des Leipziger Verlegers Georg Wigand schuf er die Tafeln für die Bände Harz, den er im Spätsommer 1836 beginnend in Ballenstedt durchwanderte. Er nutzte für seine Arbeit die Nähe der Elbe und ihre Schönheit, besonders die Blicke, die sich vom Schiff aus ergaben, und so entstand 1837 unter anderem das Bild „Überfahrt am Schreckenstein“. Jetzt begann er auch mit Holzschnitt-Illustrationen für Bücher, die ihn bekannt machen sollten.[2] Zu dieser Zeit wurde er auch zum Professor für Landschaftsmalerei in Dresden ernannt. Seinen Höhepunkt in der illustrativen Malerei hatte er 1842.

Nach dem Gemälde „Brautzug im Frühling“ aus dem Jahr 1847 entstand sein letztes Ölbild „Im Juni“ 1859. Seine künstlerischen Leistungen wurden mit einer Goldenen Medaille auf der Pariser Weltausstellung für das Bild „Brautzug im Frühling“ honoriert. Im Jahr 1869 begann er, sein Leben aufzuschreiben. Richter musste 1873 auf Grund eines akuten Augenleidens mit dem Zeichnen und Malen aufhören. Deshalb schied er zudem 1876 aus der Kunstakademie in Dresden aus. Zwei Jahre später verließ er auch den Akademischen Rat. Als Ludwig Richter am 19. Juni 1884 starb, wurde er mit einem prunkvollen Staatsbegräbnis auf dem Neuen Katholischen Friedhof in Dresden-Friedrichstadt geehrt.

Quelle: Wikipedia

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Karl August Lingner

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Unternehmer und Philantroph
(21. Dezember 1861 in Magdeburg; † 5. Juni 1916 in Berlin)

Mit dem Techniker G. W. Kraft (1855–1929 ?) gründete Lingner 1888 die Firma Lingner & Kraft. Die Produktion in einer Gartenlaube auf der Wölfnitzstraße umfasste unter anderem Rückenkratzer, Stahllineale und Federreiniger. Im Jahr 1892 verließ Kraft das Unternehmen. Lingners Freund, der Chemiker Dr. Richard Seifert (1861–1919), bot nach mehrjähriger Forschungsarbeit 1891/92 Lingner die Rezeptur eines Antiseptikums zur Vermarktung an und eröffnete ihm damit den Zugang zu den maßgebenden Arbeiten der modernen Bakteriologie. Da die Mundhöhle als die Haupteintrittspforte krankheitserregender Bakterien galt, entschloss sich Lingner zur Herstellung eines Mundwassers. Mit der Herstellung des „Odol“ (von lat. odus – Zahn und oleum – Öl) kam Lingner dem Bedürfnis breiter Bevölkerungsschichten nach Schutz vor den unsichtbaren Bakterien nach, sein Produkt fand daher reißenden Absatz.

Am 3. Oktober 1892 gründete Lingner das Dresdner Chemisches Laboratorium Lingner. Ab 1912 firmierte das Unternehmen als „Lingner-Werke“.

Die Produktion wuchs ständig, letztendlich wurde das Stammhaus der Lingner-Werke auf der Nossener Straße 2/4 etabliert und ein weltweites Fabrikations- und Betriebssystem aufgebaut. Lingner entwickelte gemeinsam mit dem Chemiker Prof. Richard Seifert Odol zu einer unverwechselbaren Marke und fand als Mitbegründer der Markenartikelindustrie und modernen Werbung Eingang in die allgemeine Industriegeschichte.

Innerhalb weniger Jahre erwirtschaftete Lingner aus dem Nichts ein zweistelliges Millionenvermögen, das ihm einen fürstlichen Lebensstil ermöglichte. Fortan begleiteten Neid und Missgunst den Erfolgreichen, der unter anderem die Villa Stockhausen in Dresden und das Schloss Tarasp in der Schweiz zu seinem Immobilienbesitz zählte. Er war Mitglied im elitären Kaiserlichen Motorjachtklub und sorgte für Aufsehen mit seiner Motorjacht auf der Kieler Woche. Standesgemäß fuhr Lingner als Vorsitzender des Sächsischen Automobilklubs einen Mercedes. Rauschende Feste, sein Orgelspiel, zwei uneheliche Kinder und augenscheinliche Männerfreundschaften bewirkten Aufsehen, Bewunderung und Ablehnung. Im wilhelminischen Ehrsystem stieg er bis zum Rang einer Excellenz auf, einem Ministerrang ehrenhalber vergleichbar, während ihm der erhoffte Adelstitel versagt blieb.

Die testamentarisch begründete Lingner-Stiftung sicherte den Fortbestand seiner gemeinnützigen Einrichtungen. Seinen letzten Wohnsitz, die von Adolf Lohse erbaute Villa Stockhausen, genannt Lingnerschloss, vermachte er der Stadt Dresden „zum Besten der Bevölkerung von Dresden und Umgebung“.

Quelle: Wikipedia

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Johann Friedrich Karcher

Deutscher Gartengestalter und Baumeister
(8. September 1650 in Dresden; † 9. Februar 1726 Dresden)

Als Obergärtner des Kurfürsten Johann Georg II. von Sachsen ab 1683 lieferte Karcher noch im gleichen Jahr zunächst ein (in Kopie erhaltenes) Gutachten über den Zustand des 1676 von Hofgärtner Martin Göttler zunächst noch mit einem sternförmigen Wegesystem angelegten Jagdgartens in Dresden. Ab 1678 erbaute Landbaumeister Johann Georg Starcke, unter Koordination mit Karchers Gartenplanungen, das „Palais im Großen Garten“ (auch: „Palais Prinz Georg“). Um dieses Zentrum herum gestaltete Karcher den Garten ab 1684, unter Johann Georg III., im Stil des französischen Barock, mit rechtwinkligem Wegenetz, Alleen, zum Großen Garten um. Zwischen 1684-1694 führte Landbaumeister Starcke das Palais und acht um das Palais stehende Pavillons („Kavalierhäuser“) nach den Entwürfen Karchers aus.

Die Gestaltungskonzeption änderte sich mehrfach, bedingt durch den Wechsel der Regenten (Johann Georg II. † 1680; Johann Georg III. † 1691, Johann Georg IV. † 1694, nach einer Stagnationsphase wurden die Arbeiten 1695 fortgesetzt unter dessen Bruder August dem Starken). Im wesentlichen folgte die schließlich bis um 1718 ausgeführte Anlage dann dem bereits 1683 von Karcher vorgelegten Gutachten.

Karcher entwarf zusammen mit Matthäus Daniel Pöppelmann auch die ersten, noch hölzernen Bauten des Dresdner Zwingers. Im Jahre 1682 legte man nach seinen Plänen außerdem den Kleinen Lustgarten an, aus dem der heutige Blüherpark hervorging.

1699 wurde er von August dem Starken zum Zweiten kursächsisch-polnischen Oberlandbaumeister ernannt. Nach dem Ausscheiden des Ersten Oberlandbaumeisters Christoph Beyer übernahm Karcher 1706 dessen Position und blieb bis 1718 alleiniger Oberlandbaumeister in Dresden. 1702 nennt er sich selbstbewusst „Johann Friedrich Karcher alias Vitruvius“.

Der 1706-1711 von Matthäus Daniel Pöppelmann errichtete Mittelbau des Taschenbergpalais in Dresden (Wohnsitz der Gräfin Cosel) entstand, auch aus stilistischen Eigenheiten zu schließen, ebenfalls unter maßgeblicher Beteiligung Karchers, der damals Vorgesetzter und Lehrer Pöppelmanns war (1945 kriegszerstört, 1993-95 Wiederaufbau als Hotel).

Unter Kurfürst Johann Georg III. legte Karcher außerdem einen „Kleinen Lustgarten“ (auch „Langer Garten“ genannt) für die Feste des Hofes mit einem 280 Meter langen Gondelbecken (nach mehreren Umgestaltungen befindet sich dort heute der Blüherpark).

1710 entwarf Oberlandbaumeister Karcher eine neue Bauordnung für Dresden (eine weitere 1720). Diese regelten die städtebauliche Umwandlung der einstigen Renaissance-Stadt Dresden in eine Barockstadt, forderten die ausschließliche Steinbauweise und schrieben die Anzahl und Höhe der Stockwerke sowie eine Vereinheitlichung der Verputzfarbe vor. Sie kam vor allem beim barocken Wiederaufbau der Neuen Königsstadt zur Anwendung, aber auch im Bereich des Neumarktes entstanden neue Straßenzüge mit einheitlichem Erscheinungsbild.

Als weitere Werk schuf er 1718 die terrassenförmige Gartenanlage des Holländischen Palais (später „Japanisches Palais“ genannt) am Elbufer.

Nach Karchers Tod wurde sein Schüler Matthäus Daniel Pöppelmann auch sein Nachfolger als Oberlandbaumeister.

Der Grabmal-Epitaph von Karcher und seiner Familie (geschaffen von Johann Christian Kirchner) befindet sich in der evangelischen Kirche von Leubnitz-Neuostra (Ortsamtsbezirk Prohlis), die er selbst 1720 restauriert hatte.

Zu Ehren von Johann Friedrich Karcher wurde die Straße zwischen Strehlen und Gruna Karcherallee benannt.

Quelle: Wikipedia

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Reichsgräfin von Cosel

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(17. Oktober 1680 auf Gut Depenau; † 31. März 1765 in Stolpen)

1704 wurde August der Starke auf die geistreiche Anna Constantia aufmerksam und verliebte sich in sie. Freiherr von Hoym warnte August den Starken noch vor ihr, denn er hielt sie für ungeeignet für das Amt der Maitresse en titre. Augusts legitime Ehefrau,

 

Anna Constantia galt zunehmend als gefährlich für die politischen Ziele des Kurfürsten. Ein heimlich gegebenes Eheversprechen Augusts trug dazu bei. Um dem polnischen Adel entgegenzukommen, war schließlich die Wahl einer katholischen Mätresse aus Polen opportun. August entschied sich schließlich für Maria Magdalena Gräfin Dönhoff.

1713 verbannte August Anna Constantia nach Schloss Pillnitz. 1715 floh sie nach Berlin, was ihr in Sachsen als Landesverrat ausgelegt wurde. Anna Constantia wurde am 22. November 1716 im damals preußischen Halle an der Saale verhaftet und im Tausch gegen Deserteure nach Sachsen ausgeliefert. Sie wurde vom König unter Arrest gestellt und erreichte am 24. Dezember 1716 die Burg Stolpen, wo sie bis zu ihrem Tod 49 Jahre lang gefangen gehalten wurde.

Auch nach dem Tod Augusts des Starken († 1. Februar 1733) – während der Regierungszeit seines Sohnes und Thronfolgers Friedrich August II. – wurde die Inhaftierung nicht aufgehoben. Die genauen Hintergründe dafür wurden bis heute nicht eindeutig geklärt. Unverständlich ist auch, warum sie die sich zweimal bietende Gelegenheit zur Flucht von der Burg Stolpen (1745 und 1756) nicht nutzte.

August der Starke nahm seiner ehemaligen Mätresse nach und nach das gesamte Vermögen ab, ließ es aber ihren gemeinsamen Kindern zukommen und sorgte auch für deren angemessene Erziehung und standesgemäße Verheiratung.

Quelle: Wikipedia