Stadtführer Dresden

Wissenswertes zur sächsischen Landeshauptstadt
sachsenmabi 18. September 2015 E-Mail


Deutscher Gartengestalter und Baumeister
(8. September 1650 in Dresden; † 9. Februar 1726 Dresden)

Als Obergärtner des Kurfürsten Johann Georg II. von Sachsen ab 1683 lieferte Karcher noch im gleichen Jahr zunächst ein (in Kopie erhaltenes) Gutachten über den Zustand des 1676 von Hofgärtner Martin Göttler zunächst noch mit einem sternförmigen Wegesystem angelegten Jagdgartens in Dresden. Ab 1678 erbaute Landbaumeister Johann Georg Starcke, unter Koordination mit Karchers Gartenplanungen, das „Palais im Großen Garten“ (auch: „Palais Prinz Georg“). Um dieses Zentrum herum gestaltete Karcher den Garten ab 1684, unter Johann Georg III., im Stil des französischen Barock, mit rechtwinkligem Wegenetz, Alleen, zum Großen Garten um. Zwischen 1684-1694 führte Landbaumeister Starcke das Palais und acht um das Palais stehende Pavillons („Kavalierhäuser“) nach den Entwürfen Karchers aus.

Die Gestaltungskonzeption änderte sich mehrfach, bedingt durch den Wechsel der Regenten (Johann Georg II. † 1680; Johann Georg III. † 1691, Johann Georg IV. † 1694, nach einer Stagnationsphase wurden die Arbeiten 1695 fortgesetzt unter dessen Bruder August dem Starken). Im wesentlichen folgte die schließlich bis um 1718 ausgeführte Anlage dann dem bereits 1683 von Karcher vorgelegten Gutachten.

Karcher entwarf zusammen mit Matthäus Daniel Pöppelmann auch die ersten, noch hölzernen Bauten des Dresdner Zwingers. Im Jahre 1682 legte man nach seinen Plänen außerdem den Kleinen Lustgarten an, aus dem der heutige Blüherpark hervorging.

1699 wurde er von August dem Starken zum Zweiten kursächsisch-polnischen Oberlandbaumeister ernannt. Nach dem Ausscheiden des Ersten Oberlandbaumeisters Christoph Beyer übernahm Karcher 1706 dessen Position und blieb bis 1718 alleiniger Oberlandbaumeister in Dresden. 1702 nennt er sich selbstbewusst „Johann Friedrich Karcher alias Vitruvius“.

Der 1706-1711 von Matthäus Daniel Pöppelmann errichtete Mittelbau des Taschenbergpalais in Dresden (Wohnsitz der Gräfin Cosel) entstand, auch aus stilistischen Eigenheiten zu schließen, ebenfalls unter maßgeblicher Beteiligung Karchers, der damals Vorgesetzter und Lehrer Pöppelmanns war (1945 kriegszerstört, 1993-95 Wiederaufbau als Hotel).

Unter Kurfürst Johann Georg III. legte Karcher außerdem einen „Kleinen Lustgarten“ (auch „Langer Garten“ genannt) für die Feste des Hofes mit einem 280 Meter langen Gondelbecken (nach mehreren Umgestaltungen befindet sich dort heute der Blüherpark).

1710 entwarf Oberlandbaumeister Karcher eine neue Bauordnung für Dresden (eine weitere 1720). Diese regelten die städtebauliche Umwandlung der einstigen Renaissance-Stadt Dresden in eine Barockstadt, forderten die ausschließliche Steinbauweise und schrieben die Anzahl und Höhe der Stockwerke sowie eine Vereinheitlichung der Verputzfarbe vor. Sie kam vor allem beim barocken Wiederaufbau der Neuen Königsstadt zur Anwendung, aber auch im Bereich des Neumarktes entstanden neue Straßenzüge mit einheitlichem Erscheinungsbild.

Als weitere Werk schuf er 1718 die terrassenförmige Gartenanlage des Holländischen Palais (später „Japanisches Palais“ genannt) am Elbufer.

Nach Karchers Tod wurde sein Schüler Matthäus Daniel Pöppelmann auch sein Nachfolger als Oberlandbaumeister.

Der Grabmal-Epitaph von Karcher und seiner Familie (geschaffen von Johann Christian Kirchner) befindet sich in der evangelischen Kirche von Leubnitz-Neuostra (Ortsamtsbezirk Prohlis), die er selbst 1720 restauriert hatte.

Zu Ehren von Johann Friedrich Karcher wurde die Straße zwischen Strehlen und Gruna Karcherallee benannt.

Quelle: Wikipedia

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