Stadtführer Dresden

Wissenswertes zur sächsischen Landeshauptstadt
sachsenmabi 18. September 2015 E-Mail


Sächsisch verstehen lernen...

sachsen_landkreise

Um sich mit der sächsischen Sprache (Dialekt) vetraut zu machen, müssen Sie ein paar grundlegende Dinge beachten. Viele denken Sachsen seien zu faul zum sprechen und bekommen die Zähne nicht ausseinander. Das ist aber grundsätzlich falsch, denn Sachsen verschlucken Endungen oder ziehen Wörter ganz geschickt zu einem Laut zusammen. Es ist etwa nicht aus Faulheit, sondern der Grund ist die effektive Zeitersparnis. So können Sachsen mit weniger Aufwand und in kürzester Zeit viel mehr sagen. Außerdem denken die Sachsen nicht groß drüber nach, wie sie es nun sagen. Nein, sie sind direkt und reden einfach drauf los. Frei nach dem Motto: "Is de Gusche ehma breed, dann gönn mor ooch glei mid eema nausloof'n lass'n!" (übersetzt: "Ist der Mund einmal offen, warum hinter dem Berg halten.")
Manche bildungsfernen Mitdeutschen erachten diese Kommunikationsform als etwas primitiv oder unterbelichtet, doch beleidigen sie damit die sächsische Ehrlichkeit und Offenheit die sie vielleicht selber gerne hätten.



mabi - Wir reden SEXY'sch...!!!
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Weiterhin geben Sachsen mit der Veränderung der Tonlage (sächsischer Singsang), den Worten ihre emotionale Bedeutung. So kann z.B. der Dresdner dem einfachen Wörtchen "nu", durch tonale Veränderung, zahlreiche verschiedene Bedeutungen beimessen. Die sächsische Sprache besitzt keine harten Konsonanten, statt "K" sprechen wir "G", statt dem "T" ein "D" und statt dem "P" ein "B". Die Fachmänner reden von "Konsonantenschwächung". Das macht die Sprache mitunter sehr weich und ungeübte Hörer meinen es klänge etwas seltsam bis naiv. Aber da solle man sich nicht täuschen lassen und es wäre eher naiv von demjenigen, der so etwas behauptet.

Der sächsische Dialekt ist innerhalb der regionalen Sprachgruppe Sachsens unterschiedlich und so klingt das Meißner/Dresdner-Sächsisch etwas anders, als z.B. Chemnitzer, Leipz'scher, Lausitzer oder Erzgebirgisch.

Auch wenn der sächsische Dialekt vorallem in den Medien durch den Kakao gezogen wird und meistens noch sowas von untalentiert, dass einem eingefleischten Sachsen der Tinnitus fiept, bemerkt z.B. der Komiker im TV meist aus Unwissenheit und Naivität nicht, dass er sich damit auch gleichzeitig über sein "fernsehtaugliches Hochdeutsch" lustig macht.
Denn ab dem Jahre1500, war das Obersächsische (Meißnische Kanzeilsprache) sehr beliebt in weiten Kreisen des deutschen Volkes. Und der meißnische Dialekt, mit dem Luther seine Bibel niederschrieb, hatte nunmal unumstritten Einfluß auf die Entstehung der heutigen deutschen Schriftsprache.


Eine unvollständige Liste historischer Personen, die den obersächsischen Dialekt sprachen bzw. in Schriftform anwandten:

Georgius Agricola
- Vater der Mineralogie
August der Starke
- König v. Sachsen und Polen
Johann Sebastian Bach
- Komponist
- mischte Thüringisch und Sächsisch
Johann Friedrich Böttger
- Erfinder des Meißner Porzellans
- kein gebürtiger Sachse musste aber (notgedrungen) sich mit den sächsischen Dialekt beschäftigen
Johann Gottlieb Fichte
- bekannter Philliosoph
Caspar David Friedrich
- Landschaftsmaler
Samuel Hahnemann
Begründer d. Homöopathie
Novalis
- beliebter Dichter
Carl Maria von Weber
- Komponist,
- war ein Freund der sächsischen Sprache und versuchte sie in Dresden zu erlernen
- u.a. war er ein bedeutender Schriftsteller und seine Schriftsprache war oft die Meißner Kanzleisprache
Richard Wagner
- Komponist
Adam Ries
- Rechenmeister
- ein Oberfranke, der sich aber schon im jungem Erwachsenenalter mit dem Sächsisch-Erzgebirgischem indentifizierte
Robert Schumann
- Komponist
- Clara Schumann
- Komponistin und Klaviervirtuosin
Thomas Müntzer
- Theologe
- sprach eine Mischung aus Alt-Thüringisch und Obersächsisch
Karl May
- Schriftsteller (Winnetou)
Melitta Bentz
- Kaffeeimperium
Erich Kästner
- Schriftsteller

Kommentare 

 
0 #8 Gladderadadsch 2014-10-25 11:49
Hat sich doch im Kommentar erneut ein Fehler im Wort 3 Rechtschreibe...pfähler eingeschlichen. Sch ... Hochdeutsch - doch lieber säggs´sch.
Grüße vom Niederrhein
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+1 #7 saint 2013-10-27 14:02
i waerd glei nersch = naerrisch
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+1 #6 five years 2013-08-05 15:01
Kupferbirne, Aussprache in Richtung Gubforbörne

zitiere Oliver Berten:
Als genetischer Halb-Dresdner (meine Mutter stammt aus Ihrer wunderschönen Stadt) hoffe ich inständig auf Ihre Hilfe für ein literarisches Projekt, einen Roman, in dem ein nach Köln emigrierter Dresdener einen kleinen Sohn bekommt, der rote Haare hat.

Im Kölner Rheinisch (Kölsch) gibt es für eine rothaarige Personen sogar ein eigenes Wort - das ist "een Fuss".

Gibt es etwas verfleichbares auch im Dresdner Sächsisch? Oder wenn nicht, wie würde man "Rotschopf" aus Sächsisch schreiben?

Ich bin für jede Hilfe außerordentlich dankbar!
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+3 #5 Oliver Berten 2013-07-20 05:33
Als genetischer Halb-Dresdner (meine Mutter stammt aus Ihrer wunderschönen Stadt) hoffe ich inständig auf Ihre Hilfe für ein literarisches Projekt, einen Roman, in dem ein nach Köln emigrierter Dresdener einen kleinen Sohn bekommt, der rote Haare hat.

Im Kölner Rheinisch (Kölsch) gibt es für eine rothaarige Personen sogar ein eigenes Wort - das ist "een Fuss".

Gibt es etwas verfleichbares auch im Dresdner Sächsisch? Oder wenn nicht, wie würde man "Rotschopf" aus Sächsisch schreiben?

Ich bin für jede Hilfe außerordentlich dankbar!

Antwort vom Stadtführer Dresden:
Leider gibt es im Sächsischen keinen typischen Ausdruck für "Rotschopf" oder "rothaarige Menschen". Scherzhaft oder auch bösartig (je nachdem wie es aufgefasst wird) würden die meisten Sachsen "Feuermelder" zu einem rothaarigen Menschen sagen.

Hier mal einige Begriffe dazu ins Sächsische übersetzt:
Rotschopf - Rodschobb
Rothaariger - Rodhahrschor
Feuermelder - Feiermeldor
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-1 #4 leeser 2013-02-19 11:10
Der Komponist Robert und seine Frau Clara haben aber mit Schuhen nichts zu tun! Bitte jeweils das "h" entfernen.

Kommentar vom "Stadtführere Dresden"
Naklar, obwohl die sicher welche getragen haben...danke für den Hinweis...korrigiert! ;-)
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+8 #3 quabbe 2011-04-01 09:46
zitiere uworissimo:
Nachtrag: es heißt natürlich "identifizierte" :-)


UUUppppssss....jaja so schnell geht's... ;-)
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-2 #2 uworissimo 2011-04-01 07:00
Nachtrag: es heißt natürlich "identifizierte" :-)
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+1 #1 uworissimo 2011-04-01 06:59
Hallo, ich finde den Abschnitt sehr amüsant. Nur leider sollte sich gerade dieser, da er sich mit Sprache befasst, nicht vor Rechtschreibfeh lern strotzen. Hier eine Liste mit Verbesserungsvo rschlägen:

- mitunter überflüssige Kommasetzung
- "statt" erfordert den Genitiv (auch wenn der Dativ mittlerweile im Gesprochenen akzeptiert wird)
- "demjenigen" ist ein Wort
- "mit" erfordert den Dativ, also "mit dem"
- "idendifizierte"
- Tippfehler bei "Schriftsteller"

Bringen Sie doch bitte diese Dinge in Ordnung, damit sich beim Lesen kein Verdruss einstellt :)

Liebe Grüße, weiter so!

Kommentar vom Online Stadtführer Dresden:
Vielen Dank für den Hinweis und die 3 Reschtscheibepf ähler ;-) wurden korrigiert. Jedoch Kommasetzung hin und Genitiv/Dativ her...bei einer Wörterzahl im Text von knapp 500, liegen 3 Rechtschreibe(S chussel)fehler doch wohl noch über dem Niveau der Rütli-Schule...oder? ;-)

Sächsische Grüße ... mabi
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