Stadtführer Dresden

Wissenswertes zur sächsischen Landeshauptstadt
sachsenmabi 18. September 2015 E-Mail


gruenes_gewoelbe
Quelle: morgenpost.de

Das Grüne Gewölbe in Dresden ist die historische Museumssammlung der ehemaligen Schatzkammer der Wettiner Fürsten von der Renaissance bis zum Klassizismus. Der Name der umfangreichsten Kleinodiensammlung Europas leitet sich von den malachitgrün gestrichenen Säulen im Pretiosensaal her, die heute allerdings mit Spiegeln ummantelt sind.

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Das Grüne Gewölbe gehört zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und bildet in diesen einen historischen Kern, aus dem weitere Museen, wie der Mathematisch-Physikalische Salon oder die Rüstkammer ausgegliedert wurden.

Ausgestellt wird die Sammlung im Historischen Grünen Gewölbe und im Neuen Grünen Gewölbe, die sich beide im Westteil des Dresdner Residenzschlosses befinden.

Ausstellungen

Die Sammlung der sächsischen Kurfürsten und Könige umfasst über 4.000 Kunstwerke. Die Exponate sind in mehrfacher Weise einzigartig in Europa und in der Welt. Im Neuen Grünen Gewölbe sind beinahe 1.100 Objekte der Juwelier- und Goldschmiedekunst zu sehen, ca. 3.000 Stücke sind im Historischen Grünen Gewölbe ausgestellt. Aufgrund der beschränkten Platzverhältnisse können nicht alle Kunstwerke ausgestellt werden, man beschränkt sich auf die berühmtesten und anspruchsvollsten Exponate.

Ein großer Teil der wohl bekanntesten Werke entstand durch den Hofgoldschmied Johann Melchior Dinglinger und seine Söhne:

* Der Mohr mit Smaragdstufe ist eines der bekanntesten Ausstellungsstücke (Bild). Die Skulptur wurde in Zusammenarbeit mit Balthasar Permoser geschaffen. Sie ist ca. 64 cm hoch und besteht aus lackiertem Birnbaumholz, das mit Smaragden, Rubinen, Saphiren, Topasen, Granaten, Almandinen, Schildpatt besetzt ist. Die Skulptur stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1724. Der Mohr, also ein Afrikaner, soll aber in Wirklichkeit einen Indianer darstellen, zu erkennen am indianischen Körperschmuck. Der Begriff Smaragdstufe bezeichnet die Erdplatte, in der die Smaragde noch fest stecken.
* Der Hofstaat zu Delhi am Geburtstag des Großmoguls Aurang-Zeb bildet die Vorstellung europäischer Monarchen vom Prunk der Mogulpaläste ab. Weder August der Starke noch Dinglinger waren je in Indien gewesen, das Kunstwerk wurde ausschließlich nach Berichten angefertigt. Entstanden ist eine äußerst aufwändige und detaillierte Miniaturdarstellung in Form eines Tischaufsatzes mit 137 Personen und zusätzlichen Tieren, verziert mit 5.223 Diamanten, 189 Rubinen, 175 Smaragden, einem Saphir und 53 Perlen. Das Werk entstand zwischen 1701 und 1708, es ist 58 cm hoch, 142 cm breit und 114 cm tief. Die Kosten betrugen 58.485 Reichstaler, was dem Jahressold von 1.000 Beamten entsprach. Damit kostete es mehr als der Bau von Schloss Moritzburg. Der Hofstaat zu Delhi wurde ursprünglich im Historischen Grünen Gewölbe ausgestellt und kann seit 2004 im Neuen Grünen Gewölbe besichtigt werden.
* Der Obeliscus Augustalis ist ein weiteres Meisterwerk, geschaffen in der Zeit von 1719 bis 1721. Es stellt eine aufwändig gearbeitete Kartusche mit einem ovalen Abbild August des Starken dar. Es wurden 240 Gemmen und Kameen, geschnittene Steine und goldemaillierte Figuren zu einem Kunstwerk vereint. Die Höhe beträgt circa 23 cm. Auch dieses Werk war ungefähr so teuer wie ein barockes Schloss. Es war von Januar bis April 2006 leihweise in einer Ausstellung in Versailles zu besichtigen.
* Das Bad der Diana stellt die römische Göttin an einer Zierschale dar. Das Werk entstand um 1705, die Höhe beträgt rund 38 cm. Die Zierschale aus Chalzedon ist in Gold umfasst, zusätzlich mit Perlen, Diamanten, Email-Bildern, silbernen und stählernen Ornamenten, Geräten und Tieren besetzt. Der Schaft besteht aus einem emaillierten Hirschkopf.
* Das Goldene Kaffeezeug (original: Pretiosen Coffe Zeug) entstand 1697-1701. Es ist der Inbegriff eines prunkvollen Kaffeservices. Die verwendeten Materialien sind Gold, Silber, Email, Elfenbein und ca. 5.600 Diamanten. Die Kosten betrugen auch hier 50.000 Taler - der Gegenwert eines ganzen Schlosses.

Neben den Werken des Hofgoldschmiedes sind weitere, einzigartige Kunstwerke ausgestellt. Einige von ihnen waren Geschenke der europäischen Monarchen:

* Der Dresdner Grüne Diamant ist mit 41 Karat einer der größten Diamanten der Welt. Er wurde in Indien gefunden und verdankt seine weltweit einzigartige Farbe natürlicher Radioaktivität. Zudem der Sächsische Weiße, ein weißer Diamant mit 48 Karat und ein weltweit einmaliger Saphir von 648 Karat, ein Geschenk von Zar Peter dem Großen.
* Der Kirschkern, in den 185 Gesichter geschnitzt sind. Der Kern soll vor 1589 unter der Lupe entstanden sein, er ist in einen aufwendigen Ohrenschmuck eingearbeitet. Tatsächlich zu erkennen sind 113 Gesichter.
* Der Bernsteinkabinettschrank war ein Geschenk Friedrich Wilhelm I von Preußen. Er wurde vor 1742 in Königsberg gefertigt. Auch sind weitere, umfangreiche Bernsteinkunstwerke im Bernsteinzimmer ausgestellt.
* Zahlreiche Werke enthalten Nautilusmuscheln und Korallen, welche meist vergoldet oder versilbert in Statuen eingearbeitet wurden und eine surrealistische Anmutung haben. Die bekanntesten Werke umfassen eine Sammlung an Nautliluspokalen.
* Die Juwelen-Garnituren bilden den umfangreichsten Juwelenschatz Europas. Die frühesten Garnituren wurden noch für August den Starken selbst geschaffen. Ein großer Teil der Garnituren wurde später hinzugefügt und unterlag in der Ausgestaltung dem jeweiligen modischen Zeitgeist. Es sind sechs verschiedene Stilrichtungen zu unterscheiden, vor allem nach den verwendeten Materialien. Als Edelsteine wurden verwendet: Saphire, Karneolen, Diamanten und Rubine sowie Perlen. Die Garnituren waren der Inbegriff eines absolutistischen Machtanspruches.
* Es werden zahlreiche, stark verzierte Trinkgefäße ausgestellt, unter anderem der Mundbecher Martin Luthers und eine Trinkschale Iwan des Schrecklichen.
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Adresse und Anfahrt

Schloßstraße
01067 Dresden
Telefon: 03 51 / 49 14 2000
Fax: 03 51 / 49 14 2001
E-Mail: besucherservice@skd.museum

Öffnungszeiten:

Neues Grünes Gewölbe
10 bis 18 Uhr, dienstags geschlossen
Historisches Grünes Gewölbe
10 bis 19 Uhr, dienstags geschlossen

Eintrittspreise:
10,00 Euro, inklusive Audioguide
zuzüglich Vorverkaufsgebühr von 2,00 Euro
Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre: frei
Begleitpersonen schwerbehinderter Personen des Merkzeichen "B" haben freien Eintritt.
zur Online-Ticket-Buchung

Zu erreichen:
Haltestelle: Altmarkt
Straßenbahn: 1, 2, 4, 12
Haltestelle: Postplatz
Straßenbahn: 1, 2, 4, 7, 8, 9, 11, 12
Bus: 62, 75, 94

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